In dieser Winterfrühe
Wie ist mir doch zu Muth!
O Morgenroth, ich glühe
Von deinem Jugendblut.
Es glüht der alte Felsen,
Die Wälder Funken sprühn,
Berauschte Nebel wälzen
Sich in der Tiefe hin.
Wie von der Höhe nieder
Der reinste Himmel flimmt,
Der um die Rosenglieder
Entzückter Engel schwimmt!
Mit thatenfroher Eile
Erhebt sich Geist und Sinn,
Und flügelt goldne Pfeile
Durch alle Ferne hin.
Auf Burgen möcht' ich springen,
In alter Fürsten Schloß,
Möcht' hohe Lieder singen,
Mich schwingen auf das Roß.
Und stolzen Siegeswagen
Stürzt' ich mich brausend nach,
Die Harfe wird zerschlagen,
Die nur von Liebe sprach.
Wie? singst du so vermessen,
Herz, hast du nicht bedacht,
Hast, Närrchen, ganz vergessen,
Was dich so trunken macht?
Ach, wohl! was aus mir singet,
Ist nur der Liebe Glück,
Die wirren Töne schlinget
Sie sanft in sich zurück.
Was hilft, was hilft mein Sehnen?
Geliebte, wärst du hier!
In tausend Freudethränen
Verging' die Erde mir.