Wollt' ein Meislein fangen,
Doch weil ihm denselben Tag
Keines drein gegangen,
Wird dem Friz zu lang die Zeit,
Denkt: ich hab' umsonst gestreut,
Will ja keine kommen.
Nach acht Tagen fällt ihm ein,
Im Garten zu spazieren:
Es ist schöner Sonnenschein,
Man kann nicht erfrieren;
Und am alten Apfelbaum
Kommt's ihm plötzlich wie im Traum:
Ob der Schlag gefallen?
„ja! es sizt ein Vogel drinn!
Aber, weh! o wehe!
Das ist trauriger Gewinn:
Todt, so viel ich sehe!
— Aber was kann ich dafür?
Sicher hat das dumme Thier
Sich zu todt gefressen!“
So tröst't sich dein Mörder wohl,
Der dich hungern lassen,
Aber ich vor Leid und Groll
Weiß mich nicht zu fassen!
Hast alle Bröslein aufgepickt,
Hast dann vergebens umgeblickt,
Wo noch ein Körnlein wäre!
Ihr andern Vöglein allesammt,
Wohl unterm blauen Himmel!
Ihr habt mit Wehgesang verdammt
Den Vogelsteller-Lümmel.
Ach, Eines starb so balde, bald!
Eben da in Feld und Wald
Der Frühling wollte kommen.