Schön prangt im Silberthau die junge Rose,
Den ihr der Morgen in den Busen rollte,
Sie blüht, als ob sie nie verblühen wollte,
Sie ahnet nichts vom lezten Blumen-Loose.
Der Adler strebt hinan in's Grenzenlose,
Sein Auge trinkt sich voll von sprühndem Golde,
Er ist der Thor nicht, daß er fragen sollte,
Ob er das Haupt nicht an die Wölbung stoße.
Mag denn der Jugend Blume uns verbleichen,
Noch glänzet sie und reizt unwiderstehlich,
Wer will so holdem Trug zu bald entsagen?
Und Liebe, darf sie nicht dem Adler gleichen?
Doch fürchtet sie; auch fürchten ist ihr selig,
Denn all' ihr Glück, was ist's? ein endlos Wagen!