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1847

Herrn Hofrat Dr. Krauß

Eduard Mörike

Der jüngsten in dem weitgepriesnen Schwesternchor Heilkräftger Nymphen unsres lieben Vaterlands, Die wundertätig im bescheidnen Tempel wohnt, Sich selber still weissagend einen herrlichern;

In deren schon verlorne Gunst du leise mich An deiner priesterlichen Hand zurückgeführt: Heut in der frühsten Morgenstunde goß ich ihr Die Opfermilch, die reine, an der Schwelle aus,

Und schenkte dankbar ein kristallen Weihgefäß. Sie aber, rauschend in der Tiefe, sprach dies Wort: „Bring meinem Diener, deinem Freunde, den Pokal, Mit jenes Gottes Feuergabe voll gefüllt,

Der meinen Berg mit seinen heiligen Ranken schmückt, Obwohl er meine Lippen zu berühren scheut.“

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