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1804–1875

Gute Lehre

Eduard Mörike

Es fällt ein warmes Regelein, Wie duften da die Blumen, Die Apfelblüth' so fein! Im Häuselein da drüben

Ein Bauer vespert wohlgemuth, Hat's Fensterlein halb offen, Das Lüftlein thät ihm gut. Ei, spricht er bei sich selbsten,

Ein Sonntagssträuschen hätt' ich gern, Auf morgen in die Predigt, Tulipanen oder Stern. Ein Vöglein hat's vernommen,

Das denkt: dir soll geholfen seyn; Thät schnell ein Blümlein holen, Und bringt's im Schnäbelein. Ei, lachte da mein Peter!

Hat flugs sein Fenster zugemacht, Hat's Vögelein gefangen Und in den Käfig bracht. Ach, muß das Vöglein trauern!

Und war auch von der Stunde krank; Sind feine Kerl die Bauern, Die geben Stank für Dank!

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