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1804–1875

Die Herbstfeier.

Eduard Mörike

Auf! im traubenschwersten Thale Stellt ein Fest des Bacchus an! Becher her und Opferschale! Und des Gottes Bild voran!

Flöte mit Gesang verkünde Gleich des Tages letzten Rest, Mit dem Abendstern entzünde Sich auch unser Freudenfest!

Braune Männer, schöne Frauen Soll man hier versammelt seh'n, Greise auch, die ehrengrauen, Dürfen nicht von ferne steh'n;

Knaben, so die Krüge füllen, Und, daß er vollkommen sey, Treten zögernd auch die stillen Mädchen unserm Kranze bei.

Noch ist vor der nahen Feier Süß beklommen manche Brust, Aber weiter bald und freier Uebergibt sie sich der Lust.

Thaut euch nicht wie Frühlingsregen Lieblicher Gedankenschwarm? Erdenleben, laß dich hegen, Uns ist wohl in deinem Arm!

Wahrlich und schon mit Entzücken Ist der Gott in vollem Lauf, Schließt vor den erwärmten Blicken Seine goldnen Himmel auf.

Amor auch hat nichts dawider, Wenn sich Wang' an Wange neigt, Und der Mund, im Takt der Lieder, Sich dem Mund entgegen beugt.

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