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1804–1875

Der Jäger.

Eduard Mörike

Drei Tage Regen fort und fort, Kein Sonnenschein zur Stunde, Drei Tage lang kein gutes Wort Aus meiner Liebsten Munde!

Sie truzt mit mir und ich mit ihr, So hat sie's haben wollen; Mir aber nagt's am Herzen hier, Das Schmollen und das Grollen.

Willkommen denn, des Jägers Lust, Gewittersturm und Regen! Fest zugeknöpft die heiße Brust, Und jauchzend euch entgegen!

Nun sizt sie wohl daheim und lacht, Und scherzt mit den Geschwistern; Ich höre in des Waldes Nacht Die alten Blätter flüstern.

Nun sizt sie wohl und weinet laut Im Kämmerlein, in Sorgen; Mir ist es wie dem Wilde traut, In Finsterniß geborgen.

Kein Hirsch und Rehlein überall! Ein Schuß zum Zeitvertreibe! Gesunder Knall und Widerhall Erfrischt das Mark im Leibe. —

Doch wie der Donner nun verhallt In Thälern in die Runde, Ein plötzlich Weh mich überwallt, Mir sinkt das Herz zu Grunde.

Sie truzt mit mir und ich mit ihr, So hat sie's haben wollen, Mir aber frißt's am Herzen hier, Das Schmollen und das Grollen.

Und auf! und nach der Liebsten Haus! Und sie gefaßt um's Mieder! „drück' mir die nassen Locken aus, Und küss' und hab' mich wieder!“

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