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1804–1875

Das lustige Wirthshaus.

Eduard Mörike

Man lebet doch wie im Schlaraffenland hier, Da schmauset man frühe wie spat; Schon dreht sich der Boden vor Wonne mit mir, Kaum daß ich die Schwelle betrat!

Der Becher, ihr Herrn, wird nur gratis gefüllt: Der Wirth ist kein knausiger Tropf, Er führt den Hanswurst nicht vergeblich im Schild, Man wirft euch das Geld an den Kopf.

Der Alte, man sagt's, soll ein Zauberer seyn, Er lächelt auch immer so schlau; — Und seht nur, was treten für Kerl da herein! Die Eule, der Storch und der Pfau!

Seht nur, wie manierlich die Racker sich drehn! Die Kratzfüß'! Ei Wetter, so schlag! Sie nehmen sich Stühle — das muß ich gestehn, So was sieht man nicht alle Tag.

Mein Alter am Fäßchen, er zapfet den Wein Und hält sich vor Lachen den Bauch; Rebekke schenkt ihnen vom feurigsten ein Und zierlich kredenzt sie ihn auch.

Nun sitzen sie steif wie Professorsleut' da, Und lassen das Glas unberührt, Wir Herren vom Humpen sind ihnen zu nah': Man hat sich leicht compromittirt.

Nur ruhig, und kehrt euch noch gar nicht an sie! Die führen ihr Müthlein im Sack; Es ist nur erlogene Pedanterie, Sie sind das versoffenste Pack.

Inzwischen, mein schönes, schwarzaugiges Kind, Komm, sing' uns was Lustiges vor!

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