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1804–1875

Auf der Reise.

Eduard Mörike

Zwischen süßem Schmerz, Zwischen dumpfem Wohlbehagen Sitz' ich nächtlich in dem Reisewagen, Lasse mich so weit von dir, mein Herz,

Weit und immer weiter tragen. Schweigend sitz' ich und allein, Ich wiege mich in bunten Träumen, Das muntre Posthorn klingt darein,

Es tanzt der liebe Mondenschein Nach diesem Ton auf Quellen und auf Bäumen, Sogar zu mir durch's enge Fensterlein. Ich wünsche mir nun Dies und Das.

O könnt' ich jetzo durch ein Zauberglas In's Goldgewebe deines Traumes blicken! Vielleicht dann sah' ich wieder mit Entzücken Dich in der Laube wohlbekannt,

Ich sähe Genofevens Hand Auf deiner Schulter traulich liegen, Am Ende säh' ich selber mich, Halb keck und halb bescheidentlich,

An deine holde Wange schmiegen. Doch nein! wie dürft' ich auch nur hoffen, Daß jezt mein Schatten bei dir sey! Ach, stünden deine Träume für mich offen,

Du winktest wohl auch wachend mich herbei!

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