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1828

Antike Poesie

Eduard Mörike

Ich sah den Helikon in Wolkendunst, Nur kaum berührt vom ersten Sonnenstrahle: Schau! jetzo stehen hoch mit einem Male Die Gipfel dort in Morgenrötebrunst.

Hier unten spricht von keuscher Musen Gunst Der heilge Quell im dunkelgrünen Tale; Wer aber schöpft mit reiner Opferschale, Wie einst, den echten Tau der alten Kunst?

Wie? soll ich endlich keinen Meister sehn? Will keiner mehr den alten Lorbeer pflücken? – Da sah ich Iphigeniens Dichter stehn: Er ist's, an dessen Blick sich diese Höhn

So zauberhaft, so sonnewarm erquicken. Er geht, und frostig rauhe Lüfte wehn.

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