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1804–1875

An Hermann.

Eduard Mörike

Unter Thränen rissest du dich von meinem Halse; In die Finsterniß lang' sah ich verworren dir nach; Wie? auf Ewig? sagtest du so? Dann lässet auf Ewig Meine Jugend von mir, lässet mein Genius mich!

Und warum? bei Allem, was heilig, weißt du es Wenn es der Uebermuth schwärmender Jugend nicht ist? O verwegenes Spiel! Komm! nimm das Wort, ruf es — Aber du hörtest nicht, ließest mich staunend allein.

Monde vergingen und Jahre; die heimliche Sehnsucht im Standen wir fremd, es fand Keiner ein muthiges Um den falschen Bann, den luftgewebten, zu brechen, Und der gemeine Tag löschte bald jeglichen Wunsch.

Aber heutige Nacht erschien mir wieder im Traume Deine Knabengestalt — Wehe! wo rett' ich mich hin Vor dem lieblichen Bild! Ich sah dich unter den hohen Maulbeerbäumen im Hof, wo wir zusammen gespielt.

Und du wandtest dich ab, wie beschämt, ich strich dir die Aus der Stirne: O du, rief ich, was kannst du dafür! Weinend erwacht' ich zulezt, trüb schien der Mond auf Aufgerichtet im Bett saß ich und dachte dir nach;

O wie tobte mein Herz! Du fülltest wieder den Mir, wie kein Bruder vermag, wie die Geliebte nicht

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