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1865

An Eduard Weigelin bisher Professor am Katharinenstift

Eduard Mörike

Freund! dein heiterer Blick und deine gelassene Miene Heißt uns die Klage des Abschieds sparen; doch tief in der Brust dir Selber bewegt sich das männliche Herz. Wer möcht es ihm wehren? Denn du verlässest das Haus, das dir wie dein eigenes lieb war,

Dem du die Blüte der Jahre geweiht im redlichen Tagwerk. Aber glücklich genug, der still sich dessen bewußt ist! Siehe, die Zeit kommt auch, da wir weggehn nacheinander, Ungern jeder fürwahr, doch keiner mit besserem Ruhme,

Noch von treueren Wünschen der dankbaren Liebe begleitet.

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