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1804–1875

Akme und Septimius.

Eduard Mörike

Akme, seine Geliebte, auf dem Schoose Haltend, sagte Septimius: „Meine Akme! Uebermäßig hab' ich dich lieb und will auch Jahr für Jahr dich beständig also lieben,

So arg wie nur ein Mensch jemals im Stand ist; Sieh, sonst mag mir's geschehn, daß ich, ganz einsam, Sey's in Libyen, sey's im heißen Inder- Land, dem tödtlichen Blick des Leu'n begegne!“

Wie er dieses gesagt, nies't Amor, herzlich Es bekräftigend (sonst war er ihm abhold). Akme, rückwärts ihr Köpfchen leicht gebogen, Und die trunkenen Augen ihres süßen

Knaben küssend mit jenem Purpurmunde, Sprach: „Mein Leben! o du mein Septiminchen! künftig dienen wir Heißer Feuer im zarten Marke glühet!“

Wie sie dieses gesagt, nies't Amor, herzlich Es bekräftigend (sonst war er ihr abhold). Auf so günstige Zeichen nunmehr bauend Tauschen Beide von Herzen Lieb' um Liebe.

Nur in Akme allein lebt noch Septimius, Die ihm theurer als Syrien und Britannien, Nur Septimius widmet Akme treulich All' ihr Süßes und alle Liebeswonnen.

Kein glückseliger Paar hat man gesehen, Keine Liebe, so schön vom Gott besiegelt!

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