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1892

Ἄσβεστος γέλως

Christian Morgenstern

Die Tage der Gläubigen uralten Wahns sind dahin! Unauslöschlich Gelächter

grüßt, was sie lassen und tun. Am Sonnenhimmel schaun sie noch immer

schwärzliche Punkte und sprechen: „Seht! Gottes Finger deuten auf uns!“

Wissen sie nicht, daß sie Flecken des eigenen Augs anbeten? Rührendem Schauspiel

lohnt unauslöschlich Gelächter. Bändigen wolln sie den Huf der Zeit,

mit Spruch und Fluch bannen das steigende Roß, drauf frühlingsgewaltig der freie Geist,

der Zukunft König, einherbraust! Weh den Zermalmten! Ihr Ende

umschallt unauslöschlich Gelächter. Hören sie nichts? Vom Aufgang zum Niedergang

lacht es ja unablässig, grüßt, was sie lassen und tun, unauslöschlich Gelächter.

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