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1892

Der Tag und die Nacht

Christian Morgenstern

Aus der Laube der Dämmerung, drin sich der Tag und die Nacht ein Weilchen geliebt, scheucht ihn des Abends Ruf.

Aber die Nacht eilt ihm nach ... Und wie sie dahinstürmt, löst sich ihr herrliches Haar

und fällt ... Sie wankt, bricht in die Kniee –: Weithin

hüllen die schwarzen Strähnen die Erde. Lange verharrt sie so dunklen Grams.

Aber schon sehe ich ihren Geliebten wiederkehren und der Vorsonnendämmerung

schweigende Laube neuer Umarmungen kurzem Entzücken winken.

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Der Tag und die Nacht · Christian Morgenstern · Poetry Cove