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1892

Der Blick

Christian Morgenstern

Mir gegenüber, dicht unterm Dach, sitzt ein Weib am geduckten Fenster

und näht. Früh in das steigende Licht, spät

in die fallende Nacht. Manchmal blickt es vom Schoße auf und verloren hinaus

auf die Dächer – die Wolken – die Ewigkeit. Ich kann

sein Auge nicht sehn, aber ich fühle den Blick – ich blicke ihn mit, den zehrenden Blick

auf die Dächer – die Wolken – die Ewigkeit ...

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