Blutroter Dampf ... Rossegestampf ... „Keine Szenen gemacht! Es harren
und scharren die Rosse der Nacht.“ Ein lautloser Schatte, über Wiese und Matte
empor durch den Tann, das Geistergespann ... Auf hartem Granit der fliegende Huf ...
Fallender Wasser anhebender Ruf ... Kältendes Hauchen ... Wir tauchen
in neblige Dämpfe ... Donnernde Kämpfe stürzender Wogen um uns.
Da hinauf der Hufe Horn! In die stäubende Schwemme, hoch über den Zorn
sich sträubender Kämme empor, empor! Aus klaffenden Wunden speit der Berg
sein Blut gegen euch. Mit Wellenhunden fällt euch an der Haß der Höhe
wider das Tal. Aber ihr fliegt, blutbespritzt, unbesiegt,
empor, empor. Vor euch noch Farben verzuckenden Lebens, auf grünlichem Grau
verrötender Schaum; hinter euch Schwarz und Silber, die Farben des Todes.
Ein Schleier, an eure Mähnen geknüpft, schleppt geisterhaft nach.
Wie ein Busentuch zieht ihr hinauf ihn über des Bergs zerrissene Brust.
Müde sprang sich der Sturzbach. Nur mit den Lippen wehrt er sich noch.
Und bald wird er zum Kind und hängt sich selber spielend an eure Schweife.
Weiter! weiter! Da! Winkende Gipfel im Sicheldämmer!
Langsamer traben die Rosse der Nacht. Heilige Sterne grüßen mich traut.
Ewige Weiten atmen mich an. Langsamer traben die Rosse der Nacht,
gehen, zögern, stehen still. Alles liegt nun
florumwoben. Schlaf umschmiegt nun Unten, Oben. Nur die fernen
Fälle toben. Leise Geisterhände tragen mich vom Wagen
in des Schlummers Traumgelände. Aller Notdurft, alles Kummers
ganz befreit, fühle ich ein höhres Sein mich durchweben. Wird die tiefe Einsamkeit
mir auf alles Antwort geben?
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