Skip to content
1892

Auf dem Strome

Christian Morgenstern

Am Himmel der Wolken erdunkelnder Kranz. Auf schauerndem Strome metallischer Glanz.

Die Wälder zu seiten so finster und tot. Und in flüsterndem Gleiten vorüber mein Boot ...

Ein Schrei aus der Ferne – dann still wie zuvor. Wie weit sich von Menschen mein Leben verlor! ...

Eine Welle läuft leise schon lang nebenher, sie denkt wohl, ich reise hinunter zum Meer ...

Ja, ich reise, ich reise, weiß selbst nicht, wohin. Immer weiter und weiter verlockt mich mein Sinn.

Schon kündet ein Schimmer vom morgenden Rot, – und ich treibe noch immer im flüsternden Boot.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Auf dem Strome · Christian Morgenstern · Poetry Cove