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1810

Verschiedenes Schicksal der Sänger

Wilhelm Müller

Als ich im Walde neulich bin gegangen, Hört' ich ein Nachtigallenmännchen singen: Es rief nach seinem Weibchen voll Verlangen. Und husch, da kam das Weibchen gleich geflogen

Durch Busch und Dorn, und schrie, als wollt' es sagen: Hier bin ich ja, mein lieber, lieber Vogel! Ich Armer singe nun vor deinem Hause Schon Monde lang der Sehnsucht Klageweise –

Du aber kicherst hinter'm Fensterglase.

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