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1810

Seinem Freunde Alexander Baron von Simolin zum 24sten Junius 1827

Wilhelm Müller

An der Seine lauten Wogen Suchen meine Lieder dich, Und den Liedern nachgezogen Fühlt des Dichters Seele sich.

Einmal hab' ich dich gefunden, Einmal hab' ich dich erkannt, Und nun bleiben wir verbunden, Bruder, über Zeit und Land.

Keine Trennung kann uns scheiden, Unser Herz ist unsre Welt, Wo in Freuden, wie in Leiden, Einer an dem andern hält.

O wie kurz ist unsre Reise, Lieder, an des Freundes Brust! Und es tönt aus eurer Weise Ihm wie eigne Qual und Lust.

Und ihr tragt auf euren Klängen Wieder mir den Freund zurück, Und erblühend aus Gesängen Steht verjüngt das alte Glück.

Sieh, zu einem Hochaltare Weihet sich mein kleiner Herd, Wo das Schöne, Gute, Wahre Unser stilles Opfer ehrt.

Mag er vor der Pforte toben Draußen, der gemeine Chor: Über seinen Staub erhoben Trägt ein Gott uns leicht empor.

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