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1810

Pfingsten

Wilhelm Müller

O heilige Frühlingswonne, Du sinkest nieder, Strahlend und flimmernd In himmlischen Schauern,

Auf alle Berge, In alle Thäler, In jede Menschenbrust! Ja, du bist es,

Geist Gottes, Du gießest dich aus Über die Welt! Soll ich auf die sonnige Höhe steigen

Und beten? Soll ich in dem dunkeln Thale liegen Und sinnen? O tritt sanft, mein Fuß,

Daß du den Wurm nicht tretest, Der unter dir Sich freuet des sonnigen Lebens! Und du, hoch schlagende Brust,

Halt' an den Athem, Daß du die Mücke Nicht in dich ziehest, Die sich wieget im Strahle

Vor deinem Munde!

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