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1810

Meine Muse

Wilhelm Müller

Meine Mus' ist gegangen In des Schenken sein Haus, Hat die Schürz' umgebunden Und will nicht heraus;

Will Kellnerin werden, Will schenken den Wein: Da steht sie am Thore, Und winkt mir herein.

Und über ihrem Haupte Da spielet die Luft Mit grünenden Zweigen Und würzigem Duft.

Seht, wie sie sich drehet So flink, so gewandt, Die Kann' unter'm Arme, Das Glas in der Hand!

„Herein, lieber Zecher! Ich schenke dir Wein, Ich schenke dir Lieder Noch obendarein.

Nur mußt du hübsch bleiben Im Wirthshaus bei mir: Ich gebe freie Zeche Und freies Quartier.

Drum locke mich nimmer Hinaus in den Hain Zu einsamen Klagen Ob sehnlicher Pein.

Hier unter den Zweigen Vor unserem Haus Da schlafen die Leiden Gar lustig sich aus.

Auch laß uns nicht schweifen Umher in der Welt, Einen Helden zu suchen, Der Allen gefällt.

Gar lang sind die Wege, Gar kurz ist die Zeit, Und auf den Karpathen Sind die Straßen verschneit.“

So ließ sie sich hören – Wer hielte das aus? Flugs bin ich gesprungen Ihr nach in das Haus.

Nun schenke mir Lieder Und schenke mir Wein, Und rufe mir frohe Gesellen herein!

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