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1794–1827

Doppelte Gefahr.

Wilhelm Müller

Wo soll ich schiffen hin? Mein Rachen ist gar kleine, Gar schüchtern ist mein Sinn. Im hohen Meere draußen,

Da sind die Wogen groß, Da läßt aus Ost und Westen Der Himmel die Stürme los. Da jagen die Korsaren

Nach jungem Christenblut, Da singen die Sirenen Und locken hinab in die Fluth. Am Ufer sitzt ein Mädchen,

Die hat ein Augenpaar, Das droht mit Feuerflammen Mir tödtliche Gefahr. Sie strickt an einem Netze,

Will drin mich fangen ein, Ihr Haar hat lange Flechten, Dran soll ich gebunden sein. Du liebliche Sirene,

Sirene von dem Strand, Laß deine Stimme tönen Hell über Meer und Land. Tief unten in den Fluthen

Da ist ein goldnes Haus, Da ruhen die Ertrunknen In weichen Armen aus. In diesem Liebesmeere

Wo wird die Ruhstätt' sein? Entweder an deinem Herzen, Ach! oder im Grabe mein.

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