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1810

Die schlanke Kellnerin und die schlanken Flaschen

Wilhelm Müller

Blanke, schlanke Kellnerin, Blank und schlank sind deine Flaschen, Blanker, schlanker ist dein Leib. Laß mich trinken, laß mich naschen

Sorgenbann und Leidvertreib! Blanke, schlanke Kellnerin, Zum Umspannen ist dein Mieder Mit vier Fingern ohn' Beschwer.

Fülle mir den Schoppen wieder! Mit vier Zügen ist er leer. Blanke, schlanke Kellnerin, Schlanke Leibchen hab' ich gerne,

Aber schlanke Flaschen nicht, Dank dem durstig heißen Sterne, Unter dem ich trat an's Licht. Blanke, schlanke Kellnerin,

Fordr' ich doch den schlanksten Schoppen, Sage nicht, ich sei ein Thor. Denn er zaubert, mich zu foppen, Deinen schlanken Leib mir vor.

Blanke, schlanke Kellnerin, Schlanke Flaschen dir behagen, Ob ihr Glas auch leicht zerbricht: Schlanke Leibchen, laß dir sagen,

Knacken wohl, doch brechen nicht. Blanke, schlanke Kellnerin, Wohl bekomm' es deinen Kannen, Daß so schnell mein Schoppen leer!

Darf ich deinen Leib umspannen, Mess' ich keine Flasche mehr.

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