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1794–1827

Die Prager Musikantenbraut.

Wilhelm Müller

Ein Prager Musikant, Ein Musikant von feiner Kunst In Baß und in Diskant. Und wißt ihr, wo mein Schätzel ist,

So wißt ihr mehr als ich, Denn weil er halt nicht schreiben kann, So denkt er nur an mich. Und's Denken ist ein lustig Ding,

Summt leis' in's Herz hinein; Woher es kommt, wohin es geht, Das muß errathen sein. Ei, kommst denn nimmermehr zu Ruh',

Du Musikantenblut? Ei, lernst denn nimmermehr verstehn, Wie lieb's in Böhmen thut? So zieh nur hin durch Stadt und Land,

Mit dir Sankt Nepomuk, Der segne Fiedel dir und Baß Mit gutem Strich und Druck! Und wo in Gottes weiter Welt

Du klopfst an Thür und Thor, Find' offne Beutel überall Und ein geneigtes Ohr. Die Mädel schaun dir in's Gesicht,

Die Männer nach der Hand, Und Einer und die Andre spricht: Ein braver Musikant! Dann sing' ein Lied von deiner Braut,

Die an der Moldau ist: Das klingt mir hell durch Mark und Bein, Und sagt mir, wo du bist. Und sagt mir noch so mancherlei,

Was schwer sich sagt im Reim, Und sagt mir: Wann die Lerche kommt, Kehr' ich nach Böhmen heim.

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