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1794–1827

Die glückliche Fischerin.

Wilhelm Müller

Ich sah's vom Ufer her: In's Netz die Fischlein sprangen, Als ob's zum Tanze wär'; Wollt' keins im Meere bleiben,

Das Netz war viel zu klein: Sie ließ es sich gefallen, Und dacht', es muß so sein. Sie stieg aus ihrem Boote,

Am Strande blieb sie stehn, Da schwoll das Meer und wogte, Als möcht' es mit ihr gehn; Und Muscheln und Korallen

Trieb es ihr hinterdrein: Sie hob sie auf vom Boden, Und dacht', es muß so sein. Ich armer Hirtenbube,

Was frommt mein Werben mir Mit Blumen und mit Bändern? Die Welt gehöret ihr. Ihr schlagen alle Herzen,

Und wären sie von Stein: Sie nimmt's wie Wogenrauschen, Und denkt, es muß so sein. Könnt' ich ihr selber bringen

Der Sterne Silberlicht, Des Himmels Abendbläue, Was Neues wär' es nicht. Sie hielt's an ihre Augen,

Und spräch': es ist ja mein! Vergäße mir zu danken, Und dächt', es muß so sein. Was frommt dein blödes Klingen,

Mein kleines Saitenspiel? Ist auch ihr Fenster offen, Sie hört dich doch nicht viel, Vor allen Jägerhörnern

Und Flöten und Schalmei'n; Sie tanzt dazu den Reigen, Und denkt, es muß so sein.

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