Skip to content
1794–1827

Der Müller und der Bach.

Wilhelm Müller

In Liebe vergeht, Da welken die Lilien Auf jedem Beet. Da muß in die Wolken

Der Vollmond gehn, Damit seine Thränen Die Menschen nicht sehn. Da halten die Englein

Die Augen sich zu, Und schluchzen und singen Die Seele zu Ruh'. Und wenn sich die Liebe

Dem Schmerz entringt, Ein Sternlein, ein neues, Am Himmel erblinkt. Da springen drei Rosen,

Halb roth, halb weiß, Die welken nicht wieder, Aus Dornenreis. Und die Engelein schneiden

Die Flügel sich ab, Und gehn alle Morgen Zur Erde herab. Ach, Bächlein, liebes Bächlein,

Du meinst es so gut: Ach, Bächlein, aber weißt du Wie Liebe thut? Ach, unten, da unten,

Die kühle Ruh'! Ach, Bächlein, liebes Bächlein, So singe nur zu.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Der Müller und der Bach. · Wilhelm Müller · Poetry Cove