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1810

Der Müller und der Bach

Wilhelm Müller

Wo ein treues Herze In Liebe vergeht. Da welken die Lilien Auf jedem Beet.

Da muß in die Wolken Der Vollmond gehn, Damit seine Thränen Die Menschen nicht sehn.

Da halten die Englein Die Augen sich zu, Und schluchzen und singen Die Seele zu Ruh'.

Und wenn sich die Liebe Dem Schmerz entringt, Ein Sternlein, ein neues, Am Himmel erblinkt.

Da springen drei Rosen, Halb roth, halb weiß, Die welken nicht wieder, Aus Dornenreis.

Und die Engelein schneiden Die Flügel sich ab, Und gehn alle Morgen Zur Erde hinab.

Ach, Bächlein, liebes Bächlein, Du meinst es so gut: Ach, Bächlein, aber weißt du, Wie Liebe thut?

Ach, unten, da unten, Die kühle Ruh'! Ach, Bächlein, liebes Bächlein, So singe nur zu.

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