Skip to content
1810

Der Kirchgang

Wilhelm Müller

Will ich in die Kirche gehn, Bleib' ich bei dem Keller stehn. Zugeschlossen ist sein Thor, Aber sieh, wer sitzt davor?

Zu der schönen Kellnerin Setz' ich auf die Bank mich hin. Darf sie schenken keinen Wein, Darf sie doch mir freundlich sein.

Kind, ein freundliches Gesicht Ist ja keine Sünde nicht. Kann ich sitzen fromm bei dir, Ist's wie in der Kirche hier.

Von der Kirche sprech' ich auch, Will es so des Sonntags Brauch, Von dem heiligen Altar, Von dem grünbekränzten Haar.

Sitze still! Wer weiß, wie weit Von uns beiden ist die Zeit, Wo uns Gott der Herr bescheert, Was uns besser beten lehrt.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Der Kirchgang · Wilhelm Müller · Poetry Cove