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1810

Das Röschen

Wilhelm Müller

Du kleine junge Kellnerin, Warum so gar verlegen? Wer schüttet doch den Wein dahin Um eines Kusses wegen?

Komm, daß der Alt' es nur nicht seh'; Ich will es auf mich nehmen. Schenk' ein, Gesichtchen in die Höh'! Ich büße dir das Schämen.

Du schauest in das Glas hinein Mit purpurrothen Wangen: Da schwimmt hoch oben auf dem Wein Ein Röschen unbefangen.

Und sieh, ich küss' es, wie ich will, Bis es hinabgesunken. Halt, Röschen, auf der Wange still! Der Wein ist ausgetrunken.

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Das Röschen · Wilhelm Müller · Poetry Cove