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1810

Das Hirtenfeuer in der römischen Ebene

Wilhelm Müller

Ade, Ade, Geliebte, Und reich' mir deine Hand! Ich treibe meine Heerde Hinab in's Niederland.

Die Saaten sind gemähet, Das Stoppelfeld ist frei: Laß uns mit blauem Bande Verknüpfen Lieb' und Treu'.

Ich trag' es auf dem Hute, Du trägst es auf der Brust, Und pocht dein Herz dagegen, Ich fühl's in banger Lust.

Schaust du herab vom Berge Wohl in der dunkeln Nacht, Tief unten brennt ein Feuer, Wo dein Geliebter wacht.

Und höher schlägt die Lohe, Und heller glüht der Schein: Dann denk', es ist sein Herze, Das will hier oben sein.

Ade, Ade, Geliebter! Wie zeig' ich dir mein Herz? In enger, stiller Kammer Verschließt es Lust und Schmerz.

Und schau' ich aus dem Fenster Hinab in's weite Feld, Du findest keine Thräne, Die dort hinunterfällt.

Ich seh' ein Feuer brennen Wohl in der dunkeln Nacht: Gesegnet sei die Stätte, Wo mein Geliebter wacht!

Und höher schlägt die Lohe, Und heller glüht der Schein, Ich wieg' auf seinen Flammen All' meine Sorgen ein.

Laß nicht den Brand erlöschen, Geliebter, eh' es tagt: Kann ich den Schlaf nicht finden, Kürzt mir dein Licht die Nacht.

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