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1810

Das Frühlingsmahl

Wilhelm Müller

Wer hat die weißen Tücher Gebreitet über das Land? Die weißen duftenden Tücher Mit ihrem grünen Rand?

Und hat darüber gezogen Das hohe blaue Zelt? Darunter den bunten Teppich Gelagert über das Feld?

Er ist es selbst gewesen, Der gute reiche Wirth Des Himmels und der Erden, Der nimmer ärmer wird.

Er hat gedeckt die Tische In seinem weiten Saal, Und ruft was lebet und webet, Zum großen Frühlingsmahl.

Wie strömt's aus allen Blüthen Herab von Strauch und Baum! Und jede Blüth' ein Becher Voll süßer Düfte Schaum.

Hört ihr des Wirthes Stimme? Heran, was kriecht und fliegt, Was geht und steht auf Erden, Was unter den Wogen sich wiegt!

Und du, mein Himmelspilger, Hier trinke trunken dich, Und sinke selig nieder Auf's Knie und denk' an mich!

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Das Frühlingsmahl · Wilhelm Müller · Poetry Cove