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1794–1827

Christnacht.

Wilhelm Müller

Goldengrün und Kerzenschein, Jauchzend hör' ich durch die Laden Helle Kinderstimmen schrein. Schmetternde Posaunen schallen

Von dem Kirchenthurm herab: Lobt den Vater in der Höhe, Der der Welt das Kindlein gab! Herz, mein Herz, wie bist so selig?

Herz, mein Herz, und so allein? Unsre Gaben, unsre Wünsche, Dürfen wir sie Keinem weihn? Eine weiß ich wohl zu finden,

Der ich Vieles gönnen mag; Offen steht mir ihre Pforte, Und es kennt mich ihr Gemach. Aber in dem stillen Hause

Brennt kein festlich helles Licht, Und im schwarzen Wochenkleide Sitzt sie da und freut sich nicht. Ach, ihr ist er nicht geboren,

Der in dieser sel'gen Nacht Freud' und Fried' und Wohlgefallen Hat zu uns herabgebracht. Seine Liebe, seine Leiden

Dringen nicht zu ihr hinein: Ueber ihre zarte Seele Herrschet ein Gesetz von Stein.

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