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1810

August

Wilhelm Müller

Wann durch das Feld die blanken Sensen klingen, Wann sich die hohen goldnen Halme neigen, Wann um den Ährenkranz in wilden Reigen Die Schnitter mit den Schnitterinnen springen:

Dann will ein Jeder um die Stirne schlingen Ein buntes Band, und sich als Mäher zeigen; Wer ist so arm, daß er sich nicht zu eigen Ein Saatenfeld und Saamen könnt' erringen?

Die Hoffnung pflügt für Alle das Gefilde, Und flinke Wünsche streun mit vollen Händen Die Körner in den weichen Schooß der Erden. Dir ist das Jahr mit den zwölf Monden milde,

Drum will ich dir die schärfste Sichel spenden, Die nimmer stumpf soll in der Ernte werden.

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