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1810

Amors Feder

Wilhelm Müller

Jüngst sah ich einen Knaben Mit rosenrothen Flügeln An einem Rohre schnitzen. Dacht' ich: 'S ist eine Feder:

Und bat darum den Kleinen. Er warf sie mir entgegen Grad' auf die Brust, und lachte. Was hat er denn zu lachen?

Fragt' ich mich selbst und setzte Mich nieder, um zu schreiben An meine gute Mutter. Doch ach, die arge Feder!

Ich kann kein andres Wörtchen Damit, als Liebe, schreiben, Und immer, wenn ich schreibe, Denk' ich an schmucke Mädchen.

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