Skip to content
1810

Amor, ein Fiedler

Wilhelm Müller

Amor lernt die Fiedel spielen Bei dem Gott der Musikanten, Und zu diesem Pfingstgelage Will er vor dem Thor der Schenke

Unter grünem Maienschatten Sich bei uns zum ersten Male Unentgeltlich hören lassen. Kommt, ihr Bursche! Kommt, ihr Mädchen!

Kommt und tanzt nach seiner Fiedel! Und sie tanzen und sie springen, Und die Füße mit den Herzen Heben sich in gleichen Takte

Nach dem Striche seines Bogens. Schneller, schneller, kleiner Fiedler! Und er fiedelt nach Verlangen, Daß die Kränze, Sträuße, Flechten,

Bänder, Schürzen, Röcke fliegen, Und die Tänzer enger fassen Ihre leichten Tänzerinnen. Ei, und dennoch sind so viele

Ausgeglitten, fehlgetreten, Gar gestolpert und gefallen Auf dem glatten Rasenplane! Aber, Dank dem weichen Grase,

Weh gethan hat sich nicht Eine.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Amor, ein Fiedler · Wilhelm Müller · Poetry Cove