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1794–1827

7. Frühlingsgruß.

Wilhelm Müller

Flieg hin zu meinem Schatz geschwind, Es wird dich nicht verdrießen, Und fächl' ihr sanft um Wang' und Kinn, Treib deine jüngsten Düfte hin,

Und sprich: Der Lenz läßt grüßen! Die Laute nehm' ich von der Wand, Und schlinge drum ein grünes Band, Ein Vöglein hört' ich schlagen;

Es schlug: Wer bindet an mit mir Zu Lieb' und Sang ein Festturnier In grünen Rosenhagen? Wohl auf im hellen Mondenschein,

Durch alle Gassen aus und ein, Mit Fiedeln und Schalmeien! Thut auf, thut auf die Fensterlein, Ihr Mägdlein, laßt den Frühling ein!

Dürft euch vor ihm nicht scheuen. Er ist ein wohlgezog'ner Gast, Ein Knäblein jung und blöde fast, Auch etwas unerfahren:

Nehmt Amorn ihm als Lehrer an, So wird er bald ein kluger Mann, Noch eh' er kommt zu Jahren. Du heller linder Abendwind,

Was meint zu dir das liebe Kind, Gefällt ihr deine Kunde? Gut' Nacht, gut' Nacht, die Fenster zu! Der neue Gast verlangt nach Ruh',

Der Wächter bläst die Stunde.

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