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1882

Zur Osterzeit

Clara Müller-Jahnke

Ist das ein Ostern! – Schnee und Eis hielt noch die Erde fest umfangen; frostschauernd sind am Weidenreis die Palmenkätzchen aufgegangen.

Verstohlen durch den Wolkenflor blitzt hie und da ein Sonnenfunken – es war, als sei im Weihnachtstraum die schlummermüde Welt versunken.

Es war, als sollten nimmermehr ins blaue Meer die Segel gehen, – im Park ertönen Finkenschlag, und Veilchenduft das Tal durchwehen. –

Und dennoch, Seele, sei gewiß: Wie eng sich auch die Fesseln schlingen, es wird der Lenz, das Sonnenkind, dem Schoß der Erde sich entringen.

Dann sinkt dahin wie Nebelflor auch all dein Weh und deine Sorgen, und veilchenäugig lacht dich an ein goldner Auferstehungsmorgen! –

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