Skip to content
1882

Spaziergang

Clara Müller-Jahnke

Ueber der tauigen Wiese liegt ein feiner, dämmernder Nebelstreif; um deine träumende Stirne schmiegt sich ein schmaler sonniger Reif.

Und küßt die Sonne den Nebel bleich, dann wächst aus der Wiese ein goldnes Haus, dann breitet ein blühendes Königreich sich bis an die blauenden Berge aus.

Eine flammende Fahne weht vom Turm, aus den Hallen klingt es wie Jubelschrein, – ein Sonnenrausch, ein Freudensturm bricht über das harrende Land herein.

Hoch über die Häupter der Berge fliegt, im Blau verzitternd, ein blasser Streif . . . um deine leuchtende Stirne liegt glitzernd der goldene Reif.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Spaziergang · Clara Müller-Jahnke · Poetry Cove