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1882

Spätsommer am Strand

Clara Müller-Jahnke

Da weht von Süd ein sanfter Hauch aus sonnenlichten Tagen; die goldbelaubten Aeste dehnt der Ahorn voll Behagen.

Kein Vogelsang, – kein Blütenduft, – die weiche, warme Sommerluft säuselt in allen Hagen. Nun schaun sich schier verwundert an

die schweigenden Zypressen; es ist, als habe der flüchtige Lenz sein Lebewohl vergessen und ginge noch einmal über das Feld,

die blasse, sommermüde Welt an seine Brust zu pressen. Durch nackte Zweige schweift der Blick auf graue Wellenpfade:

die weißen Wasser tummeln sich am träumenden Gestade; sie flüstern und raunen wie Liebesgruß, sie kosen und spielen um deinen Fuß,

leuchten und locken zum Bade.

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