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1882

O einmal noch!

Clara Müller-Jahnke

O einmal noch den Goldpokal an meine Lippen setzen, in hast'gem Zug zum letztenmal mit sprüh'ndem Schaum sie netzen!

O einmal nur in jäher Lust auflodern und – verderben, – dann mag verwehn der Rosenblust, dann schmettert hin, ihr Scherben!! –

Gewandert bin ich ohne Stern, fand nirgends Ruh und Segen, das holde Glück zog meilenfern vorüber meinen Wegen;

Zuweilen klang in stiller Nacht sein Ruf mir leis und linde, er klang so süß, er lockt mit Macht und ist verweht im Winde – – –

Du lichte Welt, du grüner Hag, geschmückt mit Blumenkränzen, du sonnengoldner Sommertag, nicht mir gilt euer Glänzen!

Verrauscht, verrauscht ist Spiel und Tanz, es welkt das Grün der Linde: Auf meinem Grab der Totenkranz, bald flattert er im Winde!

O einmal noch den Goldpokal an meine Lippen setzen, in hast'gem Zug zum letztenmal mit sprüh'ndem Schaum sie netzen!

O einmal nur in jäher Lust auflodern und verderben, – – – dann mag verwehn der Rosenblust, dann schmettert hin, ihr Scherben!

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