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1882

Mittagstraum

Clara Müller-Jahnke

Sengend über den Feldern brütet die Juliglut, der Weizen reift im Brande, und alles Leben ruht.

Kein Grashalm wogt im Winde, kein Vogel singt im Baum; durch meine Seele flutet ein goldiger Mittagstraum.

Tief in zitternde Aehren bin ich der Welt entflohn, großblumig mir zu Häupten blüht der rote Mohn . . .

Er kränzt mir Haar und Stirne mit flammendem Geschmeid, – – all meine Wünsche reifen der großen Erntezeit.

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