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1882

In Tränen

Clara Müller-Jahnke

Die Fliederblüten fallen. Und wieder ist ein Lenz dahin mit seinen Träumen allen. Vom Meere wehr ein sanfter Wind

und singt die Schlummerlieder den Freuden, die entschlafen sind. Nun blühn ja wohl die Rosen – und unterm dichten Laubendach

die Turteltauben kosen. Ich seh es nicht, ich weiß es kaum: vor meinem Blick, ein Schleier, liegt ein gestorbner Traum.

Ein feuchter Tränenschleier hängt zitternd überm Rosenhag und wandelt mir den Sommertag zur düstern Totenfeier.

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In Tränen · Clara Müller-Jahnke · Poetry Cove