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1882

Herbst

Clara Müller-Jahnke

Ueber den brennenden Meeressand sind wir beide geschritten, als mir dein trotziger Mund gestand, was du erlebt und erlitten.

Weithin lachender Sonnenschein, duftverschleierte Fluren . . . sahen denn unsere Augen allein rings des Verderbens Spuren?

Welk am Stengel, duftlos und matt, hing die Rose, die süße; ein vertrocknetes Lindenblatt warf uns der Wind vor die Füße.

Glanzumflossen und ohne Schmerz nahte des Sommers Scheiden – du nur, zuckendes Menschenherz, du mußt leiden, mußt leiden! –

Seine Blüte hat jeder Strauch, Früchte der Baum getragen – du nur, ringender Menschengeist, mußt entsagen – entsagen!

Ueber den brennenden Meeressand sind wir beide geschritten, als mir dein trotziger Mund gestand, wie du geliebt und gelitten.

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