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1882

Ewige Erkenntnis

Clara Müller-Jahnke

Da kamst du, totes Mütterlein, und sahst mich an mit Liebesblick und legtest zärtlich deinen Arm um meine jugendstarke Brust, –

und von den lieben Lippen klang der Jubelschrei: O Gott, wie die Glückseligkeit dem Kinde in den Augen glüht!

Und alles Leid, das zwischen uns die Berge von Gilboa hob, zerrann wie Tau im Morgenschein. Nun siehst du, totes Mütterlein,

wie heilig deines Kindes Glück: so weltenweit, so himmelhoch, daß es aus Edens Gärten dich hinab ins Tal der Schmerzen zog, –

daß dir, die Gottes Angesicht und aller Himmel Glorien sah, in deines Kindes Augen erst der ewigen Erkenntnis Blick

Vollendung ward der Seligkeit . . . Nun schlafe, totes Mütterlein!

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Ewige Erkenntnis · Clara Müller-Jahnke · Poetry Cove