Skip to content
1882

Die Straßenkehrer

Clara Müller-Jahnke

Aus Norden bläst der eisige Wind, die Flocken wirbeln auf allen Wegen – nimm Schippe und Besen und komm geschwind, komm mit, wir wollen die Straße fegen.

Wie ein Tanzboden, blank und rein, muß heute abend die Straße sein. Sie geben im Schloß den Fastnachtsball; da dürfen wir unten am Fenster stehen

und dürfen lauschen der Geigen Schall und all die glänzenden Kutschen sehen, fege, du, fege die Straße rein! Der Pfaff hat recht, wenn der Winter droht:

Arbeit, Alte, die wärmt die Glieder! Wir haben kein Holz, wir haben kein Brot . . . ihr himmlischen Flocken nur tanzt hernieder. Sollt ihr die Helfer der Armen sein? –

Fege, du, fege die Straße rein!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die Straßenkehrer · Clara Müller-Jahnke · Poetry Cove