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1882

Am Meer

Clara Müller-Jahnke

Du bist mir Freund geworden, des trag ich Freud genug; es rauscht in Sturmakkorden, o Meer, dein Atemzug.

Er haucht in meine Seele ein Ahnen licht und groß – da sinken Schuld und Fehle wie Fesseln von mir los.

Du bist mir Freund geworden, des trag ich Freud genug; mich zog zu deinen Borden ein wundersamer Zug.

Ich ließ der Palmenwälder schwülduftende Tropennacht, ich ließ der Weizenfelder goldglänzende Aehrenpracht.

Vergessen hab ich lange der Bäume früchteschwer; ich grüße vom Dünenhange dich, vielgeliebtes Meer!

Mich lockt aus blauen Feuchten ein flimmernd Wellenspiel: eine Krone seh ich leuchten, die in die Tiefe fiel.

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