Skip to content
1773

Wahl eines Jünglings

Johann Martin Miller

Wer immer nur von Liebe spricht, Den, meine Seele, wähle nicht! Die Lieb' aus reinem Herzensgrund Thut selten sich durch Worte kund.

Wer immer meine Reize preist, Den Jüngling wähle nicht, mein Geist! Wer sie im stillen, schweigend, ehrt, Nur der ist meines Herzens wert.

Wer immer scherzt und immer lacht, Der fühlte nie der Liebe Macht: Im fröhlichlachenden Gesicht Wohnst du, geliebte Liebe, nicht.

Du zeigest deine sanfte Spur In schmachtenden Gebärden nur; Du wohnst im duldenden Gesicht, Das mehr, als alle Sprache, spricht.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.