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1773

Lobgesang eines Mädchens

Johann Martin Miller

Erschallt in hohem Jubelklang, Ihr meines Spieles Saiten! Um himmelan den warmen Dank Des Herzens zu begleiten!

Denn meine Seele hat den Freund, Den sie in stillen Stunden Vom Himmel oft herabgeweint, In Agathon gefunden.

O laß mich, Gott, so betet' ich, In meiner Wahl nicht fehlen! Laß nicht nach Eigendünkel mich Und äußerm Scheine wählen!

Erkiese selber mir den Mann, Der, ganz für mich geboren, Niemals dem Laster unterthan, Sich Tugend nur erkoren!

Ich sah ihn! – Nicht durch Buhlerscherz Und schmeichlerische Mienen, Durch Tugend sucht' er nur mein Herz, Und Thaten zu verdienen.

Die ganze Seel' im Auge goß Der meinen sich entgegen; Und eine sanfte Thräne floß, Mich schweigend zu bewegen.

O, darum schall empor, mein Dank, Zu Gott, der ihn mir schenkte! Zu Gott empor, mein Lobgesang, Der meine Seele lenkte!

Und ewig müss' in Dankgefühl Sich unser Herz ergießen! Und sanft, wie dieses Saitenspiel, Das Leben uns verfließen!

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