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1773

Antwort der Nonne

Johann Martin Miller

Nimm alles, was ich habe, mit! Nimm, Tochter, meinen Segen! Dein Heiland leite jeden Schritt Auf allen deinen Wegen!

Hier warst in stillem Frieden du Von Gottes Arm beschirmet; Nun eilest du dem Meere zu, Wo wild das Laster stürmet.

Bald wirst du Trug auf Thronen sehn, Und Frevler an Altären; Wirst Waisen vor Palästen flehn, Und Reiche spotten hören.

Da schämt man seines Gottes sich, Schilt Aberglauben alles; Verrottet wider Unschuld sich, Und freut sich ihres Falles.

O meine Tochter, denke mein! Du wirst es auch erleben; Ein Schwarm verbuhlter Schmeichelein Wird summend dich umschweben.

Dich wird des Jünglings frecher Ton Marien beigesellen, Um sichrer vom erträumten Thron Durch Schande dich zu fällen.

Ach fleuch! Ist deine Seele dir Und dein Erlöser teuer! Die Larve, Tochter, glaub es mir, Verhüllt ein Ungeheuer.

Daß nicht am Thron der Majestät Die Stunden dich verklagen, Die wir, in brünstigem Gebet, Vor Jesu Kreuze lagen!

Daß keine deiner Thränen sich Zum Schwefelguß entflamme! Daß kein verflogner Seufzer dich Mit Donnerhall verdamme!

O bleib an stiller Tugend reich, Die mehr als alles lohnet! Sei deiner frommen Mutter gleich, Die nun im Himmel wohnet!

Ich werde diese Hütte bald, Auf Gottes Wink, verlassen; Und sie in glänzender Gestalt An Seinem Thron umfassen.

Mach dich in jeder Stunde hier Von Erdenschlacken reiner! Und unter Freuden warten wir Mit Siegespalmen deiner.

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